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Museum auf dem Schafhof/Dachgeschoss

Von Stadtwiki

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Im Dachgeschoss finden sich Arrangements zu verschiedenen Themen: Eine Biedermeierstube, ein Klassenzimmer mit angeschlossenem Lehrerkammer, eine Nähstube, ein Wohnzimmer. Besonders hervorzuheben sind die Maulbronner Originale: die Buchbinderei Krüger aus dem Klosterhof und die Apotheke mit Einrichtungsgegenständen aus der alten Klosterapotheke.

Inhaltsverzeichnis

"Gute" Stube

Apotheke

In direkter Nachbarschaft zueinander liegen Klosterapotheke und Buchbinderei, heute Buchhandlung Krüger. 1766 wird die Apotheke von Dürrmenz (Mühlacker) in das Kloster Maulbronn verlegt[1], obgleich bereits seit dem Jahre 1759 im Nachbarort Knittlingen eine Apotheke besteht. Gründe sind die Versorgung der Klosterschule und der Oberamtsstandort. Neben Arzneien und Kräutern stellt der Handel mit Spezereien, Tabak, Kaffee und Giften eine wichtige Einnahmequelle dar. Vielen Maulbronnern ist die Ära Schweizer (1902-1967) noch in guter Erinnerung. Gisela und Werner Baier (1979-2007) haben infolge eines Besitzerwechsels einen Großteil der im Museum gezeigten Exponate als Schenkung überlassen. Sie gehören in eine Reihe von mittlerweile rund 15 Klosterapothekenbesitzern, die dieses älteste der Maulbronner Geschäfte geführt haben.


Geschichte der Kloster-Apotheke

Die Bauzeit des späteren Apothekenhauses ist auf die Jahre um 1215 anzusetzen und wurde zunächst als Königsherberge und Vogteigebäude genutzt. Das Haus wurde 1360 bei kriegerischen Brandschatzungen zerstört und im ausgehenden 14. oder 15 Jahrhundert wieder aufgebaut. Ob die Funktion als Herberge wieder aufgenommen wurde und bis gegen 1766 bestand, kann derzeit nicht geklärt werden. [2] Im Jahr 1765 verstarb der Dürrmenzer Apotheker C.H.Zeller. Sein Gehilfe Johann Daniel Hochstetter übernahm daraufhin die Apotheke, heiratete die Frau Christiane Sara seines Vorgängers und erhielt am 20.1. 1766 das renovierungsbedürftige Haus am Klostertor vom herzoglichen Kirchenrat zum Erblehen gegen Zahlung von 3100 Gulden. [3] Der Grund des Umzugs nach Maulbronn ist unklar: hatte doch Dürrmenz um diese Zeit ca. 1400 Einwohner, während Maulbronn gerade mal 430 Seelen zählte.[4] Als Argument für die Verlegung der Apotheke wird die Klosterschule und die Maulbronner Beamtenschaft ins Feld geführt, die sich eine bessere gesundheitliche Versorgung erhoffte. Indes war es um die Wirtschaftlichkeit der Apotheke nicht gut bestellt, sie wurde bereits 4 Jahre später mit einem Verlust von 550 Gulden wieder veräußert und wechselte bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts 7 mal den Besitzer. Erst mit der Entwicklung Maulbronns zur bürgerlichen Gemeinde ab 1838, der Stadterhebung 1886 (1200 Einwohner) kam auch die Apotheke in ein wirtschaftlich ruhigeres Fahrwasser.

Waren in der Apotheke

Die Apotheken des ausgehenden 18. Jahrhunderts hatten nicht allein Arzneien und Kräuter in ihrem Angebot: "Zucker, Kaffee, Korinthen, Mandeln, Tee, Gewürze, Tabak, Schnupftabak, Tabakspfeifen, Baumöl, Essig, Wachs, Schaumgold, Siegellack, Puder, Leim, Schießpulver, Gänsefedern, Kreide, Stöpsel, Badeschwämme, Papier. Die damaligen Apotheker waren Hersteller von Riechstoffen, Süßigkeiten und Latwergen, ähnlich wie die Konditoren verfertigten sie Marzipan, Confect, Marmeladen, Kräuterweine." [5] Vornehmliche Aufgabe war jedoch die Bereitstellung von Medikamenten die im 19. bis ins 20. Jahrhundert hinein von den Apothekern selbst hergestellt wurden. Aus Kräutern, Ölen und anderen Ingredienzien wurden die Arzneien handwerklich produziert. Eine Maulbronner Spezialität war die "Spiethsche Nasen Salbe".



Buchbinderei

ehemalige Buchbinderei - heute Buchhandlung Krüger (gegenüber der Klosterapotheke am Klostertor)


Nähzimmer

Klassenzimmer

Lehrerstube

Einzelnachweise

  1. Ehlers/Felche (Hrsg.), Maulbronn Heimatbuch Bd.1, Maulbronn 2012, S.231
  2. Günther Mahal, 225 Jahre Kloster-Apotheke Maulbronn 1766-1991, Maulbronn 1991, S.4ff
  3. Günther Mahal, wie oben, S.37
  4. Karl Knöller, Unser Dürrmenz-Mühlacker, 1928 - Reprint von 1979, S.357 auch Ehlers/Felche w.o. S.170
  5. Angelika Bischoff-Luithlen, Von Amtsstuben, Backhäusern und Jahrmärkten.1979 zitiert in Günther Mahal, S.9

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